Wir hegen keinen Groll oder Haß
Wochenspiegel 03.06.1998
Mario Zender
Agentenpaar Mauss erfreut über Entscheidung der Staatsanwaltschaft in Bogota
Kreis/Bogota. „Wir hegen keinen Groll
oder Hass gegen irgend jemanden, und auch nicht gegen
irgendwelche staatlichen oder privaten Institutionen.“
Werner Mauss und seine Ehefrau Ida (37) sind gut gelaunt,
als sie die gemeinsame Erklärung in Bogota abgeben.
Alle Vorwürfe gegen das Agentenpaar aus dem Hunsrück wurden
zuvor von der Generalstaatsanwaltschaft entkräftet. „Wir
danken der deutschen Regierung für ihre bedingungslose
Unterstützung, der Nationalen Polizei in Kolumbien,
insbesondere General Serano, für den Schutz, den sie uns
seit unserer Entlassung aus dem Gefängnis gewährt hat, sowie
allen Menschen die uns ihre Solidarität angeboten haben“.
Der weltweit bekannte Hunsrücker Agent Mauss sieht in der
Einstellungsverfügung der Generalstaatsanwaltschaft eine
Bestätigung seiner „Sondermission für den Frieden“ in
Kolumbien.
Maus: „Es ist bewiesen, dass wir eine humanitäre Mission
erfüllten, wie viele andere, die wir in anderen Ländern
durchgeführt haben.“ Und über eines ist sich das Ehepaar
Mauss einig: Die Verhaftung und das lange Verfahren mit
allen Belastungen wird das Agentenpaar nun nicht davon
abhalten weiter Friedensverhandlungen zu führen. „Wir
wiederholen unsere Bereitschaft, wenn es das kolumbianische
Volk wünscht, dass wir an der Suche nach einer Lösung des
bewaffneten Konflikts, der dieses schöne Land ausblutet,
weiterarbeiten“, so Mauss. Das Land jetzt, nachdem das
Verfahren abgeschlossen ist, Hals über Kopf zu verlassen,
ist nicht die Art von Werner Mauss, wie er sagt. „Ich habe
niemals in meinem Leben eine Aufgabe unvollendet gelassen“.
Zu einem der ersten Gratulanten nach der Niederschmetterung
der Anklagepunkte gegen Mauss gehörte übrigens
Staatsminister Schmidbauer.
Der Geheimdienstkoordinator rief Mauss in Bogota an und
gratulierte zum Ausgang des Verfahrens. Sicher fiel dem
Bonner Staatsminister nach der Entscheidung auch ein Stein
vom Herzen. Denn er war es, der die Sondermission „Mauss“
politisch leitete, und dafür nach der Festnahme des Agenten
viel „politische Prügel“ kassierte ...
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